Die Pegelregistrierungen erfassen sowohl Variationen des Meeresspiegels als auch vertikale Bewegungen der Erdkruste, mit der die Instrumente (Sensoren oder Messlatten) fest verbunden sind. Um die Änderungen des Meeresniveaus genau bestimmen zu können, ist es notwendig, die Pegelmessungen wegen der Krustenbewegungen zu reduzieren. Mit diesem Ziel wurde im Jahre 2001 das TIGA-Projekt (GPS Tide Gauge Benchmark Monitoring Pilot Project) des IGS (International GNSS Service) eingerichtet und 2010 als ständige Arbeitsgruppe in den IGS integriert. Das DGFI beteiligt sich durch den Betrieb von TIGA-Beobachtungsstationen und als TIGA-Analysezentrum. In Zusammenarbeit mit örtlichen Institutionen wurden mehrere kontinuierlich messende GPS-Empfänger an Pegelstationen im Atlantik installiert und in Betrieb genommen. Die GPS-Daten auf diesen Stationen werden erfasst und dem TIGA-Projekt sowie den internationalen GPS-Nutzern zur Verfügung gestellt. Die Analyse von GPS-Daten, die mit der Berner Software auf wöchentlicher Basis erstellt wird, ist insbesondere auf eine Verbesserung der Genauigkeit der Vertikalkomponente ausgerichtet.
Bis jetzt wurde ein Netz von Pegelstationen im Atlantik in Kombination mit IGS-Referenzstationen bearbeitet, um einen gesicherten Bezug zum geozentrischen Referenzsystem herzustellen. Das zukünftige Ziel ist es, ein globales Netz von TIGA-Stationen auszuwählen und wöchentlich zu prozessieren, das in einen weltweiten vertikalen Referenzrahmen eingeführt werden kann (siehe Höhenbezugssysteme). Um die Langzeitstabilität der Ergebnisse zu garantieren, ist die Reprozessierung von GPS-Daten, die seit der Einführung von IGS gewonnen wurden, notwendig. Dabei konzentrieren sich die Aufgaben des DGFI auf
- Die Bestimmung von lokalen Meeresspiegelvariationen bezüglich des geozentrischen Referenzsystems;
- Vergleich der Zeitreihen der vertikalen Variationen aus GPS und Satellitenaltimetrie in Kombination mit den Pegelregistrierungen.