Die geophysikalische Nutzung von Schwerefeldinformation soll in enger Kooperation mit externen Partnern näher untersucht werden. Dabei stehen zwei Fragen im Vordergrund:
- Welcher Gewinn ist für die geophysikalische Modellierung durch hochaufgelöste Schwerefeldinformation zu erzielen?
- Lassen sich die Auswirkungen von zeitlichen Variationen des Erdschwerefelds in Änderungen der durch GOCE gemessenen Schweregradienten erkennen?
Aufbauend auf den Ergebnissen, die durch die Modellierung regionaler Schwerefelder (RegGrav), insbesondere die Nutzung der GOCE Daten erzielt werden, sollen regionale Schwerefelddaten mit geophysikalischen Daten (z.B. von Seismographen und Magnetfeldsensoren) und geophysikalischen Modellen kombiniert und aufbereitet werden. Ziel ist eine bessere Modellierung von Lithosphäre und Asthenosphäre und die gemeinsame Auswertung aller Daten und Modelle für geophysikalische Explorationszwecke. Der Mehrwert der Schwerefeldinformation im Allgemeinen und die der GOCE-Informationen insbesondere soll untersucht und quantifiziert werden. Im Rahmen der „STSE – GOCE+ ITT“-Ausschreibung der ESA, wird das Projekt „Heterogeneous gravity data combination for Earth interior and geophysical exploration research“durchgeführt.
Das lokale statische Schwerefeld kann sich nach großen Erdbeben ändern. Es soll untersucht werden ob diese Änderungen in den GOCE-Schwerefeldgradienten sichtbar sind. Konkret sollen die GOCE-Schwerefeldgradienten vor und nach dem Chile 2010 Erdbeben analysiert und mit geophysikalischen Modellen verglichen werden. Die 3D-Gradienten-Informationen könnten zu einem besseren geophysikalischen Verständnis und einer besseren Erdbebenmodellierung führen. Außerdem soll die potentielle Sichtbarkeit der Grönland Eismassenvariationen in den Gradienten untersucht werden. Die GOCE-Daten werden dabei mit GRACE KBR-Daten kombiniert. Im Rahmen der „STSE – GOCE+ ITT“-Ausschreibung der ESA, wird das Projekt „The Earth’s time variable gravity field observed by GOCE“durchgeführt.