Die bald zwanzigjährige Zeitreihe präziser, nahezu globaler Altimetermessungen durch Missionen mit unterschiedlichen Abtasteigenschaften ermöglicht eine sehr genaue, empirische Modellierung der Meeresgezeiten (vgl. die bereits veröffentlichten Modelle EOT08a, EOT10a und EOT11a). Diese Modelle beschreiben nicht nur den Tidenhub, der mit den zugehörigen Strömungen für den Schutz des Ökosystems Küste von grundlegender Bedeutung ist. Gezeiten bewirken auch eine Umwandlung von Energie in Wärme und kurzperiodische Massenverlagerungen im System Erde. Bei den geodätischen Raumverfahren sind Gezeiteneffekte zu korrigieren bzw. zu modellieren: z.B. bei den durch Altimetrie bestimmten Meereshöhen, wegen der gravitativen Auswirkungen auf die Schwerefeldmissionen GRACE und GOCE, für das Rotationsverhalten der Erde, aber auch für die Auflasteffekte bei der präzisen Punktpositionierung.