Massenverlagerungen und -bewegungen innerhalb und zwischen einzelnen Komponenten des Erdsystems stellen dynamische Prozesse dar, die sowohl die Rotation als auch das Schwerefeld und die Gestalt der Erde beeinflussen.
Die von der Satellitenmission GRACE beobachteten integralen Massenvariationen beinhalten unter anderem atmosphärische, ozeanische und hydrologische Massenverlagerungen. Um Massentransporte innerhalb des Systems Erde zu identifizieren, ist es nötig die Anteile der verschiedenen Komponenten zu separieren. Wie in der folgenden Abbildung angedeutet, können geophysikalische Modelle für die Systemkomponenten, z.B. WGHM im Falle der kontinentalen Hydrologie gewählt werden, um geeignete mathematische Funktionensysteme abzuleiten. Verfährt man mit allen zu berücksichtigen Systemkomponenten (Hydrologie, Ozeane und Atmosphäre) in gleicher Weise, liegt nach der Zusammenführung der einzelnen Modellansätze ein kombinierte Modell für das Gravitationspotential vor. Dies besteht aus verschiedenen gegebenen Basisfunktionssystemen zur räumliche Darstellung und unbekannten Reihenkoeffizienten, die die Zeitabhängigkeiten repräsentieren. Da GRACE Potentialdifferenzen misst, lassen sich aus einer Parameterschätzung die unbekannten Reihenkoeffizienten berechnen. Liegen diese vor, können wie die zweite Abbildung zeigt, verbesserte geophysikalische Modelle angegeben werden. Diese lassen sich dann mit unabhängigen Daten, z.B. GPS-Zeitreihen oder Zeitreihen supra-leitfähiger Gravimeter, validieren.