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Messung und Modellierung regionaler Deformationen

Die Genauigkeit der geodätischen Raumbeobachtungsverfahren ermöglicht die präzise Bestimmung von dreidimensionalen Stationspositionen und deren Änderungen mit der Zeit. Die Analyse der Koordinatenzeitreihen von geodätischen Stationen erlaubt die Identifizierung und Quantifizierung geophysikalischer Effekte, die durch korrekte Modellierung die Zuverlässigkeit von Referenzrahmen verbessern und als Eingangsdaten für die Erforschung des globalen Wandels und die Früherkennung von Naturgefahren dienen. Das am meisten angewendete Verfahren dafür ist die Überwachung durch regionale GNSS-Netze, die mit relativ niedrigen Kosten hochauflösende Messungen in Zeit und Raum liefern. Dabei müssen GNSS-Stationen im Untersuchungsgebiet in ausreichender Anzahl mit entsprechender Infrastruktur installiert und später auch gewartet werden, um die volle Leistungsfähigkeit des Messsystems zu gewährleisten. Danach sind die Messungen durch die Anwendung neuester Strategien zu prozessieren, um die höchste Genauigkeit der Ergebnisse zu erzeugen. Im Rahmen des CGE werden Überwachungsnetze in den Alpen, Island, Mittelmeer und Lateinamerika analysiert. Das Hauptziel ist die geodätische Modellierung der Deformationszonen, die zwischen den als starr angenommenen Platten liegen, für die es z.T. keine konsistenten geophysikalischen Modelle gibt, die aber aus geodätisch bestimmten Punktbewegungen modelliert werden können. Daneben werden auch Effekte von Erdbeben und Vulkanismus identifiziert und studiert.

 

Deformation des Alpen-Adria-Ägäis-Raumes relativ zur eurasischen Platte aus dem am DGFI berechneten Internationalen Terrestrischen Referenzrahmen (ITRF2008).

Überwachung von Krustenbewegungen und -deformationen im Alpenraum

Horizontale Bewegungen der nördlichen Alpen relativ zur eurasischen Platte.
Vertikale Bewegungen der nördlichen Alpen.

Im Rahmen des Projektes ALPS-GPS QUAKENET des „Alpine Space Programme of the European Community Initiative Programme (CIP) INTERREG IIIB“, installierte das DGFI im Jahre 2005 fünf permanente GPS-Stationen entlang der nördlichen Grenze der Bayerischen Alpen (siehe unten). Das Hauptziel dieses Projektes ist es, Krustenbewegungen und -deformationen in fast Echtzeit zu bestimmen, um die Prävention von Naturkatastrophen in den Alpen zu verbessern. Dieses Projekt wurde zwei Jahren lang durch die EU gefördert, in denen die DGFI-Stationen zusammen mit anderen 25 permanenten Stationen im Alpenraum analysiert wurden. Zielsetzung sowie Ergebnisse des Projektes werden im Bericht „ALPS GPS Quakenet: Alpine Integrated GPS Network” zusammengestellt. Dies ist verfügbar unter www.alps-gps.units.it.

DGFI prozessiert seit Oktober 2005 kontinuierlich seine fünf Alpen-Stationen, zusammen mit drei IGS05-, drei globalen IGS- und zwei EUREF-Stationen. Ziel dieser Arbeiten ist es, eine genaue Darstellung der Krustendeformation in der Alpen-Region Deutschlands zu erhalten und zu analysieren. Letzte Ergebnisse zeigen eine Übereinstimmung der Änderungen der Stationskoordinaten mit der Bewegung der Eurasien-Platte. Bis jetzt wurden regionale oder lokale Krustenverformungen nicht identifiziert.

 

Ausgewählte Publikationen

Drewes , H. , Heidbach , O. : The 2009 Horizontal Velocity Field for South America and the Caribbean. In: Kenyon S., M.C. Pacino, U. Marti (Eds.), "Geodesy for Planet Earth", IAG Symposia, 136: 657-664, 2012

Sánchez L., Seemüller W., Drewes H., Mateo L., González G., da Silva, Pampillón J., Martinez W., Cioce V., Cisneros D., Cimbaro S.: Long-term stability of the SIRGAS Reference Frame and episodic station movements caused by the seismic activity in the SIRGAS region. Proceedings of the IAG Symposium REFAG2010, Springer (accepted), 2012

Sánchez L., Drewes, H.: Wie sich die Alpen bewegen. Akademie Aktuell. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Heft 3, Aufgabe 34: 71-72, 2010


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