Kontinentale Wasserspeicher spielen eine Schlüsselrolle im Wasser-, Energie- und biogeochemischen Kreislauf der Erde. Sie setzen sich aus einer Vielzahl von Einzelkomponenten zusammen; darunter fallen die Vegetationsoberflächen, die Biomasse, die Bodenfeuchtigkeit, das Grundwasser, Schnee und Eis sowie Oberfächengewässer in Form von Flüssen, Feuchtgebieten, natürliche Seen und künstlich Wasserreservoirs wie Stausseen. Da das terrestrische Beobachtungsnetz nicht ausreichend dicht und ausgedehnt ist um eine Wasserspeicheränderung innerhalb aller Komponenten über große Gebiete abschätzen zu können, sind hydrologische Modelle elementare Werkzeuge um den kontinentalen Wasserkreislauf zu quantifizieren.
Seit März 2002 erlaubt die Satellitenmission GRACE erstmalig eine Schätzung der vollständigen Wasserspeicheränderung auf großen Skalen. Das Hauptziel von CEMIG ist die konsistente Assimilation von satellitengestützten und in-situ Beobachtungen in das globale Hydrologiemodell WGHM (WaterGAP Hydrological Model).
Im Einzelnen beinhaltet das Projekt die folgenden Ziele:
1. Wahl einer geeigneten mathematischen Formulierung und einer gemeinsamen Schätzung von verbesserten Parametern des globalen Hydrologiemodells WGHM aus einer Kombination von Satelliten- und in-situ Daten.
2. Verbesserte Zeitreihen der kontinentalen Wassermassenvariationen aus Simulationen mit WGHM nach einer Integration von Beobachtungsdaten unter Verwendung verbesserter Prozessformulierungen und -parameter für ausgewählte Regionen.
3. Konsistente räumliche und zeitliche Aufspaltung von kontinentalen Wasserspeicheränderungen in verschiedene Komponenten aus Beobachtungen und Modellen.