Echtzeitnahe hoch auflösende und hoch genaue Ionosphärenmodelle werden für eine Vielzahl von Anwendungen z.B. in der Positionierung, der Telekommunikation und der Raumfahrt benötigt. Die zur Zeit vorliegenden Modelle sind zumeist empirisch. Nur unter Berücksichtigung der Physik sind jedoch die Geschehnisse innerhalb der Ionosphäre vollständig zu erfassen und zu verstehen. Im Rahmen dieses DFG-Projektes beabsichtigen die Projektpartner (IAPG/TUM, DGFI, DLR Neustreliz) deshalb die Entwicklung eines physikalisch-mathematischen Modells der Elektronendichteverteilung in der Ionosphäre als ersten Schritt in Richtung eines datengetriebenen physikalischen Ionosphärenmodells.
Aufbauend auf den in den beteiligten Institutionen vorhandenen effektiven Modellierungsansätzen soll mit Hilfe dieses Projekts eine Modellierungsqualität erreicht werden, die aktuellen Nutzer-Anforderungen genügt. Das Verfahren soll routinemäßig für ein hoch aufgelöstes regionales Monitoring der Ionosphäre geeignet sein. Als Testregion wird Südamerika gewählt, so dass auch jene Prozesse miteingebunden werden, die das Phänomen der äquatorialen Anomalie verursachen.
Herausragende Punkte des Projekts sind
- Berücksichtigung physikalisch basierter Modellierungsansätze, die mit Hilfe geeigneter mathematischer Funktionensysteme in die multi-dimensionale Modellierung einbezogen werden
- Schätzung der Modellparameter aus der Kombination verschiedener Satellitenverfahren
- Beschreibung der Zielgrößen als Multi-Skalen-Darstellung, so dass effektive Datenkompressionsmetho- den angewendet werden können.